Die Business-Welt befindet sich in einem starken Wandel, so auch der Kleidungsstil in deutschen Büros.

Besonders in der Start-up-Szene zeigt sich deutlich, dass der klassische Business-Anzug einer zwanglosen Sportlichkeit gewichen ist, zu der eher gemütliche Hoodies, T-Shirts, Jeans und Sneakers gehören. Wie gut, dass der Business-Anzug trotz allem nie aus der Mode kommt. Es gibt Branchen, wo das Tragen von Anzügen ohnehin zur Pflicht gehört. Und es gibt solche Firmen, die keinen bestimmten Stil vorschreiben. Die Wahl der Kleidung bleibt den Mitarbeitern überlassen. Wer potenzielle Geschäftspartner oder Kunden trifft, sollte allerdings auf Nummer sicher gehen und stets einen Anzug tragen. Aber wie und wo finde ich meinen perfekten Business-Anzug? Von der richtigen Farbe über den besten Stoff bis hin zu den passenden Accessoires, das Angebot ist schier unendlich. Gerade für Ungeübte, die erstmals das Business-Parkett betreten, kann der Kauf des allerersten Anzugs verwirrend sein und zu großen Unsicherheiten führen.

Der Herrenausstatter

Ein guter Herrenausstatter hat alles im Sortiment – von A wie Abendgarderobe bis Z wie Zweireiher. Er navigiert den Mann souverän durch den Anzug-Dschungel und erkennt schon auf den ersten Blick, was am besten zusammen passt.

Die Farbe

Die ersten zwei Anzüge, die im Kleiderschrank eines jeden Mannes hängen sollten, sind jene in Navy und Anthrazit. Wenn ich mich für eine Farbe entscheiden müsste, wäre es der blaue Zweiknopf-Anzug. Er ist modern und entpuppt sich als wahrer Allrounder. Tagsüber kann man ihn mit einem weißen, blauen oder karierten Hemd sowie einer Krawatte tragen. Am Abend tauscht man das Hemd gegen einen Rollkragenpullover aus.

Die Passform

Anzüge müssen grundsätzlich sitzen. Zu weite oder zu enge Anzüge sehen nie gut aus und lassen den Träger unvorteilhaft aussehen. Allgemein sollten die Ärmel kurz vor dem Handgelenk enden und dürfen ruhig etwas enger sein. Das Hemd schaut einen Zentimeter heraus. Der Sakko-Kragen darf nicht abstehen. Die Naht der Ärmel schließt mit den Schultern ab. Die größte Herausforderung stellt die Hose dar. Während das Sakko von der Stange meistens ohne große Anstrengungen sitzt, müssen die Hosen fast immer nachgebessert werden. Die Anzughose sollte gesäumt werden und direkt an der Spitze der Schuhzunge des Schuhs liegen. Ich bevorzuge noch immer die italienische Variante, die unten kürzer geschnitten ist. Gute Herrenausstatter warten mit einer hauseigenen Änderungsschneiderei auf. Unbedingt nutzen!

Der Stoff

In Bezug auf Stoffe passt Wolle oder eine Wolle-Seide-Mischung für alle Jahreszeiten. Im Sommer darf es auch Leinen sein. Der Garn ist besonders atmungsaktiv. Im Winter bewirkt Flanell genau das Gegenteil – er wärmt.

Der Hemdkragen

Die Kragenform wirkt sich in Kombination mit einer Krawatte auf das gesamte Erscheinungsbild aus. Im Business-Alltag sind viele Formen erlaubt, wie etwa der vielseitige Kent-Kragen, der elegante Haifischkragen oder der lässige Button-Down-Kragen. Am besten behaupten sich dazu der Four-in-Hand und der Windsorknoten.

Die Schuhe

Bei den Schuhen kann ebenfalls großzügig gewählt werden. Braune Oxfords, Monks oder Loafers funktionieren immer.

Die Accessoires

Der perfekte Business-Anzug profitiert erst von den richtigen Accessoires. Ich empfehle eine Krawattenklammer, ein Einstecktuch, eine Brille und eine Aktentasche. Es ist jedoch Vorsicht geboten beim Einsatz von zu vielen Accessoires. Wer zum Beispiel eine Krawattenklammer anlegt, sollte auf die Reversnadel verzichten.

Der Preis

Ein guter Anzug sollte als Investment gesehen werden, denn der erste Eindruck bekommt keine zweite Chance. Ab 1.000 Euro sind schon sehr gute Anzüge zu haben.

| Anzug von Armani, Hemd, Krawatte & Einstecktuch von Tom Rusborg, Krawattenklammer von Lindenmann |

 

Fotos: David Güntsch