In der Welt der Anzüge hebt sich einer derzeit besonders hervor: der Zweireiher. Lange war er von der Bildfläche verschwunden. Kein Wunder – denken wir an Zweireiher, fallen uns als erstes die Jungs aus Miami Vice ein oder schlimmer noch, berüchtigte Mafiabosse und überengagierte Banker-Typen zu Beginn der 90er-Jahre mit Handy-Knochen in der Hand.

Der Zweireiher, auch Doppelreiher genannt, verwandelte jeden Mann in einen gleichförmigen Kasten – ganz gleich, welche Figur er hatte. Der Anzug wurde aus einem extrem steifen Stoff gefertigt – so fest, dass er nicht einmal nachgeben wollte, selbst wenn der Mann darin bereits tot war. Irgendwann war der Zweireiher einfach nicht mehr zeitgemäß und gab sich schließlich dem Einreiher, der genau das Gegenteil repräsentierte, geschlagen.

Doch Totgesagte leben länger, und so erleben wir gerade einen Phönix aus der Asche aufsteigen. Die Grundstruktur bleibt gleich: zwei Knopfleisten, ein dominantes Revers und die Reihen bleiben weiterhin stets geschlossen, sowohl stehend als auch sitzend. Neu dagegen sind Stoffe, die deutlich griffiger sind, abgerundete Schultern und Schnitte mit Slim-Fit-Garantie.

Für den formellen Look am Abend kombiniere ich einen blauen Zweireiher aus Wolle von Pal Zileri mit einem weißen Plissee-Hemd mit Doppelmanschette und einer dunkelblauen, gemusterten Krawatte. Blau-silberne Manschettenknöpfe und ein weißes Einstecktuch vervollständigen meinen Auftritt.

| WEARING |

Anzug PAL ZILERI (ähnlich)
Hemd HACKETT (ähnlich)
Krawatte DIGEL (ähnlich)
Einstecktuch LANVIN
Manschettenknöpfe BULGARI
Cologne Absolue ‘Gold Leather’ ATELIER COLOGNE

Fotos | Arton Sefa

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